0

Kontrollröntgen / die Höllenfahrt

Posted by Quakie on 3. Mai 2011 in Allgemein |
Vor lauter Aufregung hab ich schon ein paar Nächte kaum geschlafen und diesem Tag sehr entgegengefiebert. Heute wird sich dann wohl entscheiden, ob Quetschie was bringt, oder doch die OP anstehen wird.

Was ist, wenn der Zug Verspätung hat und ich den Anschluss-IC in Bonn nicht bekomme?

Lauter solche Gedanken kreisten in meinem Kopf rum – aber zum Glück unbegründet.

Die Bahn war super pünktlich und die Fahrt am Rhein entlang in Richtung Stuttgart war bei viel Sonnenschein wirklich schön.

Pünktlich bei Rahmouni angekommen, sollte ich dann direkt mein Quetschie anziehen. Das war allerdings nicht nötig, da wir beide die Zugfahrt schon gemeinsam gemeistert hatten :-)

Herr Rahmouni war mit der Tragezeit (zwischen 15 und 21 Stunden je nach Terminplan und Tagesverfassung) sehr zufrieden. Dann fragte er, ob ich noch mehr Druck vertragen könnte, worauf ich meinte: aber nur noch ein kleines bisschen.

Darauf schnappte er sich mein Quetschie – und weg war er.

Als er nach kurzer Zeit wieder kam, hat er mich so schnell ins Quetschie gepackt, dass Protest quasi sinnlos war ;-) Meine größte Angst war, dass mir gleich die Verschlüsse um die Ohren fliegen – so fest hat er alles zugezogen.

Die nette Dame, die den „Shuttel-Service“ fährt, wartete schon startklar vor der Kabine, so dass es gleich losgehen konnte.

Außer mir fuhr noch ein ca. 13 jähriges Mädel mit ihrer Mutter mit.

Die erste Hälfte der Fahrt war gar nicht sooo schlimm. Wir bekamen von unserer Fahrerin nebenher noch Stuttgart und Umgebung erklärt.

Ich muss zugeben, dass ich die Fahrt damals von Leonberg nach Stuttgart wesentlich kürzer in Erinnerung hatte ;-)

Mit jedem Kilometer wurden die Muskelkrämpfe im Rücken mehr – meine Arme und Hände waren schon lange komplett eingeschlafen. Ich war echt froh, als wir in der Praxis ankamen.

Leider war da allerdings der Teufel los und das Röntgen natürlich komplett besetzt.

So mussten wir noch ca. 15 Minuten (gefühlte 3 Stunden) zugeschnürt warten. Ins Wartezimmer haben wir uns nicht gesetzt, da an sitzen überhaupt nicht mehr zu denken gewesen wäre.

Nachdem das Röntgenbild geschossen wurde, hab ich die Verschlüsse knallen lassen und mir Quetschie unter den Arm gepackt. Am Körper konnte ich es keine Minute länger ertragen.

Nachdem wir einige Zeit im Wartezimmer auf unsere Bilder gewartet hatten und uns die Zeit fort lief, sind wir wieder zur Annahme gegangen und haben nach den Bildern gefragt. Mittlerweile war es nämlich fast halb 4. Wir mussten ja noch zurück nach Stuttgart fahren und hatten auch noch Änderungswünsche für die Korsetts.

An der Annahme mussten wir 5 Euro für eine CD löhnen, da Herr Rahmouni die Röntgen-Bilder wohl nur noch digital haben möchte.

Als ich meine CD in Empfang nahm, fiel mein Blick auf einen handschriftlichen Vermerk auf der weißen Papierhülle:

Kyphose 55 °

Ich war fassungslos und fragte die Arzthelferin, ob das mein Wert wäre. Sie bestätigte dies.

Noch jetzt kann ich es kaum glauben – innerhalb von 7 Wochen von 103 ° auf 55 ° korrigiert.

Meine Nachfrage, ob ich damit aus der OP-Indikation raus bin, meinte sie: ja sicher!

Auf Grund des Zeitdrucks habe ich Dr. Hoffmann leider nicht persönlich gesprochen. Wir sind dann mit den CD’s und einem strahlendem Grinsen im Gesicht wieder zurück nach Stuttgart gefahren.

Herr Rahmouni und Herr Harzer haben sich auch sehr über mein Ergebnis gefreut.

Dann haben wir noch eben meine gewünschten Änderungen (Korsett über dem Hintern etwas kürzen, dass es im sitzen nicht unter die Achseln rutscht, Rekli-Hörnchen kürzen, dass sie nicht auf den Knochen vom Schlüsselbein drücken, Polsterung am linken Rippenbogen einbauen und die Hüftöffnung etwas erweitern) besprochen.

Auf meine alte Pelotte hat er vor dem Röntgen eine noch viel dickere zusätzlich draufgeklebt.

Meiner Bitte, von der Rückenpelotte etwas wegzunehmen wollte er nicht nachkommen :-(

Um 3 Minuten vor 5 brachte die Werkstatt dann mein überarbeitetes Quetschie wieder runter. Für eine erneute Anprobe war leider keine Zeit mehr, da Rahmouni zum einen um 17 Uhr schließt und ich um 17.51 Uhr meine ICE nach Köln bekommen musste.

Als ich Abends gegen 21 Uhr zu Hause ankam, war ich von dem Tag ziemlich erledigt.

Habe mir dann mein Quetschie geschnappt und wollte zu Bett gehen. Aber das war leider nicht möglich. :nein:

Bereits nur das Anlegen (ohne Verschlüsse zu schließen) ließ meine Finger einschlafen. Zugezogen bis ca. 6 cm vor die alten roten Markierungen lies direkt Muskelkrämpfe einsetzen.

Auf der einen Seite froh um das gute Ergebnis und auf der anderen Seite frustriert, dass ich Quetschie nicht anziehen konnte, bin ich dann ohne Korsett zu Bett gegangen.

Am nächsten Morgen dann der nächste Versuch mit dem gleichen, traurigen Ergebnis – ich kann Quetschie so nicht mehr ertragen.

Bis Freitag habe ich es immer wieder probiert – aber meine einst so gute Tragezeit hat sich auf 2 – 3 Stunden pro Tag (immer in 20 Minuten Schritten) gesenkt. In der Tragezeit habe ich höllische Schmerzen – ohne Quetschie Kyphose-Schmerzen, die mir die Tränen in die Augen treiben.

Nach langen Überlegungen habe ich in Stuttgart angerufen und dort mein Leid geklagt.

Die nette Dame am Telefon meinte, das wär dann wohl zu viel Druck – ich solle Quetschie via Post einschicken. Sie würden dann die Pelotte abschleifen und Druck rausnehmen.

Heute früh habe ich Quetschie zur Post gebracht und noch extra „zusatzversichert“, da normale Pakete ja nur bis zu 500 Euro versichert sind – das war mir zu heikel.

Jetzt hoffe ich, dass Quetschie am Montag in Stuttgart ankommt und dann bald wieder (er)tragbar bei mir ist.

Im Moment fällt es mir echt schwer, denn ich vermisse meinen drückenden, quetschenden Anhang sehr.

LG,

eine einsame Ente

 

 

Vergleich der Röntgenbilder

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Copyright © 2011-2026 Eine Ente will "gerade" werden All rights reserved.
This site is using the Desk Mess Mirrored theme, v2.5, from BuyNowShop.com.