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Gipsen und Kontrollröntgen

Posted by Quakie on 22. März 2012 in Allgemein |

Heute war es mal wieder soweit und ich habe mich auf die Reise nach Stuttgart begeben.

Gott sei Dank war mein Zug pünktlich, so dass ich zum vereinbarten Termin um 12.15 Uhr pünktlich bei Rahmouni angekommen bin.

Dann ging es auch gleich zur Sache.

Wie beim ersten Mal vor gut einem Jahr durfte ich mir so ein „Kleidchen“ aus Schlauchverband anziehen. Dann wurde ich von einer netten Mitarbeiterin fotografiert, gemessen, gewogen, mit Laser vermessen etc.

Dann bekam ich ein zweites „Kleidchen“ was noch über das erste drüber gezogen wurde.

Mein Design-Wunsch „Flower Power“ stand für das neue Korsett ja schon lange fest. Nochmals danke an Herrn Harzer, dass er das für mich möglich gemacht hat.

Lustigerweise kommt das Design „Flower-Power“ bei den anderen Patienten auch so gut an, dass es bereits nachbestellt werden musste. Aber Herr Harzer hatte ja wie versprochen schon einen Bogen für mich reserviert.

Dann ging alles ganz fix. Herr Rahmouni und Herr Harzer kamen hinzu. Ich durfte mich wieder auf diese Platte stellen, mit den Händen die Handgriffe fassen und mich einfach von Herrn Rahmouni in die gewünschte Position ausrichten lassen.

Während des Gipsens haben wir uns noch angeregt unterhalten. Somit sind mir diese Minuten des Stillstehens gar nicht lange vorgekommen.

Herr Rahmouni stand seitlich von mir und hat die Gipsbinden in Wasser getaucht. Herr Harzer stand vor mir und die nette Mitarbeiterin hinter mir. Alles ging Hand in Hand und ehe ich mich versehen habe, hat Herr Harzer schon angefangen, den Gips von vorne aufzuschneiden.

Wie beim ersten Mal kann ich nur wieder betonen, dass alles sehr freundlich und professionell ablief und ich zu keinem Zeitpunkt nackt gewesen bin. Beim Aufschneiden des Gipses bleibt nämlich das unterste „Kleidchen“ intakt. So das die Intimsphäre die ganze Zeit gewahrt bleibt.

Jetzt noch schnell unter die Dusche die Gipsspuren entfernen – fertig.

Anschließend hatte ich noch genug Zeit, in aller Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken, bevor es mit dem Rahmouni-Shuttle-Service nach Leonberg zur Praxis von Dr. Hoffmann ging.

Dort war es wie immer ziemlich voll. Zuerst wurden die beiden Mitpatienten, die ein Kontrollröntgen im stark aufpelottierten Korsett vor sich hatten, geröngt. Danach kam ich an der Reihe – ein seitliches Röntgenbild mit nach vorne gestreckten Armen OHNE Korsett.

Die Röntgenassistentin meinte, dass Dr. Hoffmann die Bilder erst nach Feierabend vermessen würde.

Aber Herr Harzer hatte mir vorab schon versprochen, mir das Röntgenbild später via Email zuzusenden.

Die anderen Patienten des Shuttle-Dienstes wollten alle noch in die Sprechstunde zu Dr. Hoffmann. Damit ich meinen gebuchten Zug noch erreichen konnte, hat die liebe Dame die den täglichen Shuttle-Service fährt und in der Wartezeit einfach in der Filiale Leonberg weiterarbeitet, mich noch schnell zum Bahnhof in Leonberg gefahren.

Dort hatte ich gerade noch Zeit mir ein Ticket zu kaufen, da kam auch schon die S-Bahn.

Es war genau die Richtige, damit ich meinen Anschlusszug in Stuttgart noch erreichen konnte und mir vorher noch eine Kleinigkeit zu Futtern am Bahnhof organisieren konnte – Perfekt.

Die Rückfahrt war ganz entspannend, bis plötzlich das Handy klingelte und ich im Display schon die Nummer von Rahmouni sah.

Hatte ich dort was vergessen?

Am Apparat war Herr Harzer, der etwas „komisch“ klang. Er meinte dass er eigentlich schon Feierabend hätte, aber gerade das Röntgenbild von der Praxis Hoffmann reingekommen wäre. Deshalb müsste er noch heute mit mir sprechen.

Mein Herz rutschte in die Hose – was war da nur los? Gab es Probleme? Warum redete er so vorsichtig drum rum. Funktioniert die Korsett-Therapie etwa nicht mehr? 1000 Gedanken, die da gerade in meinen Kopf schossen.

Er meinte, dass er das Bild gerade mal vermessen hätte. Aber über das Ergebnis müsste er persönlich mit mir reden. Mein Herz raste und mein Mund war schlagartig ganz trocken. Ich hatte Mühe den Satz: „Wieviel Grad haben Sie gemessen?“ rauszubekommen.

Seine Gegenfrage war: „Haben Sie im Zug einen Internetzugang. Ich möchte Ihnen das Bild zumailen, so dass Sie sich das selber mal ansehen können. Ich brachte ein krächtzendes „ja,  habe ich“ raus.

Dann sagte er, ich habe ca. 58 Grad gemessen.

Stille.

Ich fragte, wieviel Grad? Der Handyempfang ist gerade glaub ich nicht so gut. Er meinte: „Wir haben 58 Grad gemessen– wir können es selber kaum glauben.“

Der Chef (also Herr Rahmouni) hat wohl gemeint, war das nicht die Patientin, bei der nur noch operiert werden kann und ein Korsett nix mehr bringt?

Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Das letzte Röntgenbild wurde letzten Mai IM Korsett angefertigt, das aber so stark aufpelottiert war, dass ich es nicht mehr tragen konnte und hat ein Ergebnis von 55 Grad gebracht. Danach wurde der Druck wieder aus dem Korsett genommen und seitdem auch nicht mehr erhöht.

Er gratulierte mir zu diesem phänomenalen Ergebnis und ich hatte den Eindruck, dass er sich wirklich ganz ehrlich für mich freute.Schließlich ist das ja auch ein großes Erfolgserlebnis für das gesamte Rahmouni-Team.

Als wir das Telefonat beendet hatten, saß ich im Zug und dachte, ich habe das alles nur geträumt. Bis ein paar Minuten später das angekündigte Röntgenbild in meinem Posteingang eintrudelte und ich mich selber davon überzeugen konnte.

Erst da fing ich langsam an zu realisieren, dass sich die ganzen Strapazen der Korsett-Therapie, die langen Fahrten nach Stuttgart, das viele Geld für die Fahrkarten etc. wirklich gelohnt haben.

Nun bin ich sehr auf das neue Korsett gespannt, was ich nächsten Donnerstag abholen darf.

Hier nun das neue Röntgenbild vom 22.03.2012:

 roentgen_58

 

 

Hier ein Vergleich der bisher angefertigten Röntgenbilder:

 

 

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