Fortsetzung 4 – Korsett verschwunden …
Heute mittag ist Quetschie nach langer Reise wohlbehalten bei Rahmouni angekommen.
Mittlerweile befindet es sich auch schon wieder auf dem Rückweg zu mir.
Mit viel Glück habe ich es vielleicht morgen schon wieder hier!
So, nun werde ich hoffentlich die letzte „einsame“ Nacht verbringen.
Fortsetzung 3 – Korsett verschwunden …
Zuvor sagte man mir am Telefon von der Service-Line, dass man als Privatperson dort nicht hinkönnte – blablabla …
Zumindest wollte ich alles versuchen, so dass ich mir später keine Vorwürfe machen müsste nicht jede Chance genutzt zu haben. Dort vor dem Verteiler-Zentrum saß eine sehr nette Pförtnerin in DHL-Outfit.
Ihr habe ich dann mein Problem geschildert. Erzählt, was in dem Paket ist, dass ich das Korsett mehr als dringend brauche usw.
Irgenwie hat sie verstanden, dass Not am Mann war und wir wurden nicht, wie zuvor befürchtet abgewimmelt 
Sie hat dann ein Telefonat geführt und den Sachverhalt jemand anderem geschildert. Dann reichte sie das Telefon zu mir weiter und ich hab mit einem wirklich freundlichen Herrn gesprochen, der sich wohl gerade am PC anschaute, was da los war.
Ich fragte ihn, ob man nicht jetzt konkret suchen könnte, weil es wirklich ein Notfall sei und ich würde bestimmt nicht wegen einer Kaffeemaschine oder einem Buch so einen Aufstand machen.
Darauf meinte er, er würde sich jetzt mal sein Fahrrad schnappen, durch die Hallen fahren und schauen, ob er was findet.
Es gäbe dort hunderte von Rollcontainern voll mit Paketen. Ich hab ihm beschrieben, dass Quetschie in einer Canon-Druckerkiste wäre und konnte ihm das Fabrikat gleich auch noch nennen.
Er meinte, ich solle an der Pforte warten – es würde aber mindestens 10 Minuten dauern.
Ich war so erleichtert, dass endlich sich jemand kümmerte!
Die Dame an der Pforte meinte, wenn jemand das Paket finden kann, dann nur ER. Er sei der beste Mann dort.
Selbst die Pförtnerin war mittlerweile total aufgeregt und hat mit uns mitgefiebert. Sie wollte auch noch wissen, wie man an so eine krumme Wirbelsäule kommt und so 
Irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit klingelte dann wieder das Telefon und ich bekam den Höhrer gleich weiter gereicht.
Da sagte mir der freundliche Herr von eben, dass er Quetschie gefunden hat!
Es wäre ein Rollconainer wohl von einem Fahrer versehentlich hinter eine Säule in eine Nische geschoben worden. Und davor sind immer wieder andere Dinge platziert worden, so dass dieser Container mit noch 30 weiteren Sendungen einfach vergessen worden ist!
Es hätte wohl noch lange dauern können, bis das mal jemandem aufgefallen wäre.
Als ich das hörte, stand ich alte Ente an der Pforte und mir liefen vor Erleichterung die Tränen zu Sturzbächen aus den Augen.
Die mit mir leidende Pförtnerin jubelte, meine Schwester sprang vor Freude rum und rief „Quetschie lebt, Quetische ist da“ und ich konnte alles nicht fassen!
Der Mann am Telefon hat mir noch versprochen, dass Quetschie heute auf jeden Fall auf die Fahrt nach Stuttgart geht und sollte der LKW nicht entführt werden, morgen bei Rahmouni ist.
Himmel – mir sind Steinbrocken vom Herzen gefallen – und fallen jetzt immer noch.
Der Online-Status meiner Sendung ist aktuell von 20 auf 60 % fortgeschritten.
Ich hoffe, alles wird gut.
LG,
eine zerzauste Ente, die sich erst mal das Gefieder glätten muss.
Fortsetzung 2 – Korsett verschwunden …
Das Korsett ist immer noch nicht aufgetaucht 
Sobald ich halbwegs „autofahr-tauglich“ bin, werde ich auf die Suche nach dem Verteilerzentrum gehen und schauen, ob ich vor Ort da etwas machen kann.
Fortsetzung 1 – Korsett verschwunden …
Hab nun schon mehrere Male mit Rahmouni telefoniert. Aber da ist nix angekommen – die sind auch voll entsetzt darüber und haben den Fahrer auch explizit gefragt, ob er das Paket von mir hat. Leider Fehlanzeige.
Bin dann eben zur Postfiliale im Ort gegangen. Die können nix machen. Dort ist das Paket abgeholt worden. Ich soll mich an die Service-Nummer wenden. Dort hab ich ins. schon 3 mal angerufen und erklärt, dass es ein medizinisches Hilfsmittel ist – jede Stunde ohne mir Höllenschmerzen macht und ich ganz dringend darauf angewiesen bin.
Daraufhin hat sich der Mann die Mühe gemacht näher nachzuschauen. Das Paket ist wohl im Verteilerzentrum Köln verloren gegangen. Er hat jetzt dort einen Suchauftrag gestartet. Ob das was bringt weiß er nicht.
Parallel dazu hat er mir Formulare via Mail geschickt für eine Schadendokumentation.
Jetzt brauch ich erst Mal eine Rechnung vom Quetschie – und irgendwie muss ich da ja auch reinbringen, dass ich Bahnkarte nach Stuttgart brauch und so.
Ich bin mit dem Kram gerade restlos überfordert.
Kann vor Schmerzen eh kaum denken – und dann soll ich mich auf so nen mist noch konzentrieren können.
Ist nicht jemand von Euch zufällig mit einem hohen Tier der DHL verwandt oder so?
Korsett verschwunden – was soll ich tun?
Ich bin mit den Nerven echt am Ende.
Für eine Änderung sollte ich mein Korsett zu Rahmouni schicken.
Hab am Samstag Vormittag Quetschie zur Poststelle bei uns im Ort gebracht. Dort ist es Samstag auch noch abgeholt worden.
Der Online-Status bei DHL steht jetzt immer noch bei 20 % – mit anderen Worten der eigentliche „Transport“ hat noch gar nicht statt gefunden.
Hab dort angerufen, aber die können mir auch nicht helfen. Es ist denen ein Rätsel, wo das Paket hängen geblieben ist.
Einen Nachforschungsauftrag kann man lt. DHL frühestens morgen starten.
Jede Stunde ohne Quetschie ist für mich absolut quälend. Mir laufen gerade vor Verzweiflung die Tränen runter.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Das sind die Daten, wenn ich die Sendung online abfrage:
Sendungsnummer: 962073720922
Fr, 06.05.11 21:16 Uhr
—
Die Auftragsdaten zu dieser Sendung wurden vom Absender elektronisch an DHL übermittelt.
Sa, 07.05.11 09:49 Uhr
—
Die Sendung wurde vom Absender in der Filiale eingeliefert.
Sa, 07.05.11 11:14 Uhr
—
Die Sendung wurde abgeholt.
So, 08.05.11 15:37 Uhr
—
Auftrag (Benachrichtigung über Zustellung) angenommen.
So, 08.05.11 15:37 Uhr
—
Auftrag (Benachrichtigung am Vortag der Zustellung) angenommen.
Kontrollröntgen / die Höllenfahrt
Was ist, wenn der Zug Verspätung hat und ich den Anschluss-IC in Bonn nicht bekomme?
Lauter solche Gedanken kreisten in meinem Kopf rum – aber zum Glück unbegründet.
Die Bahn war super pünktlich und die Fahrt am Rhein entlang in Richtung Stuttgart war bei viel Sonnenschein wirklich schön.
Pünktlich bei Rahmouni angekommen, sollte ich dann direkt mein Quetschie anziehen. Das war allerdings nicht nötig, da wir beide die Zugfahrt schon gemeinsam gemeistert hatten 
Herr Rahmouni war mit der Tragezeit (zwischen 15 und 21 Stunden je nach Terminplan und Tagesverfassung) sehr zufrieden. Dann fragte er, ob ich noch mehr Druck vertragen könnte, worauf ich meinte: aber nur noch ein kleines bisschen.
Darauf schnappte er sich mein Quetschie – und weg war er.
Als er nach kurzer Zeit wieder kam, hat er mich so schnell ins Quetschie gepackt, dass Protest quasi sinnlos war
Meine größte Angst war, dass mir gleich die Verschlüsse um die Ohren fliegen – so fest hat er alles zugezogen.
Die nette Dame, die den „Shuttel-Service“ fährt, wartete schon startklar vor der Kabine, so dass es gleich losgehen konnte.
Außer mir fuhr noch ein ca. 13 jähriges Mädel mit ihrer Mutter mit.
Die erste Hälfte der Fahrt war gar nicht sooo schlimm. Wir bekamen von unserer Fahrerin nebenher noch Stuttgart und Umgebung erklärt.
Ich muss zugeben, dass ich die Fahrt damals von Leonberg nach Stuttgart wesentlich kürzer in Erinnerung hatte 
Mit jedem Kilometer wurden die Muskelkrämpfe im Rücken mehr – meine Arme und Hände waren schon lange komplett eingeschlafen. Ich war echt froh, als wir in der Praxis ankamen.
Leider war da allerdings der Teufel los und das Röntgen natürlich komplett besetzt.
So mussten wir noch ca. 15 Minuten (gefühlte 3 Stunden) zugeschnürt warten. Ins Wartezimmer haben wir uns nicht gesetzt, da an sitzen überhaupt nicht mehr zu denken gewesen wäre.
Nachdem das Röntgenbild geschossen wurde, hab ich die Verschlüsse knallen lassen und mir Quetschie unter den Arm gepackt. Am Körper konnte ich es keine Minute länger ertragen.
Nachdem wir einige Zeit im Wartezimmer auf unsere Bilder gewartet hatten und uns die Zeit fort lief, sind wir wieder zur Annahme gegangen und haben nach den Bildern gefragt. Mittlerweile war es nämlich fast halb 4. Wir mussten ja noch zurück nach Stuttgart fahren und hatten auch noch Änderungswünsche für die Korsetts.
An der Annahme mussten wir 5 Euro für eine CD löhnen, da Herr Rahmouni die Röntgen-Bilder wohl nur noch digital haben möchte.
Als ich meine CD in Empfang nahm, fiel mein Blick auf einen handschriftlichen Vermerk auf der weißen Papierhülle:
Kyphose 55 °
Ich war fassungslos und fragte die Arzthelferin, ob das mein Wert wäre. Sie bestätigte dies.
Noch jetzt kann ich es kaum glauben – innerhalb von 7 Wochen von 103 ° auf 55 ° korrigiert.
Meine Nachfrage, ob ich damit aus der OP-Indikation raus bin, meinte sie: ja sicher!
Auf Grund des Zeitdrucks habe ich Dr. Hoffmann leider nicht persönlich gesprochen. Wir sind dann mit den CD’s und einem strahlendem Grinsen im Gesicht wieder zurück nach Stuttgart gefahren.
Herr Rahmouni und Herr Harzer haben sich auch sehr über mein Ergebnis gefreut.
Dann haben wir noch eben meine gewünschten Änderungen (Korsett über dem Hintern etwas kürzen, dass es im sitzen nicht unter die Achseln rutscht, Rekli-Hörnchen kürzen, dass sie nicht auf den Knochen vom Schlüsselbein drücken, Polsterung am linken Rippenbogen einbauen und die Hüftöffnung etwas erweitern) besprochen.
Auf meine alte Pelotte hat er vor dem Röntgen eine noch viel dickere zusätzlich draufgeklebt.
Meiner Bitte, von der Rückenpelotte etwas wegzunehmen wollte er nicht nachkommen 
Um 3 Minuten vor 5 brachte die Werkstatt dann mein überarbeitetes Quetschie wieder runter. Für eine erneute Anprobe war leider keine Zeit mehr, da Rahmouni zum einen um 17 Uhr schließt und ich um 17.51 Uhr meine ICE nach Köln bekommen musste.
Als ich Abends gegen 21 Uhr zu Hause ankam, war ich von dem Tag ziemlich erledigt.
Habe mir dann mein Quetschie geschnappt und wollte zu Bett gehen. Aber das war leider nicht möglich. 
Bereits nur das Anlegen (ohne Verschlüsse zu schließen) ließ meine Finger einschlafen. Zugezogen bis ca. 6 cm vor die alten roten Markierungen lies direkt Muskelkrämpfe einsetzen.
Auf der einen Seite froh um das gute Ergebnis und auf der anderen Seite frustriert, dass ich Quetschie nicht anziehen konnte, bin ich dann ohne Korsett zu Bett gegangen.
Am nächsten Morgen dann der nächste Versuch mit dem gleichen, traurigen Ergebnis – ich kann Quetschie so nicht mehr ertragen.
Bis Freitag habe ich es immer wieder probiert – aber meine einst so gute Tragezeit hat sich auf 2 – 3 Stunden pro Tag (immer in 20 Minuten Schritten) gesenkt. In der Tragezeit habe ich höllische Schmerzen – ohne Quetschie Kyphose-Schmerzen, die mir die Tränen in die Augen treiben.
Nach langen Überlegungen habe ich in Stuttgart angerufen und dort mein Leid geklagt.
Die nette Dame am Telefon meinte, das wär dann wohl zu viel Druck – ich solle Quetschie via Post einschicken. Sie würden dann die Pelotte abschleifen und Druck rausnehmen.
Heute früh habe ich Quetschie zur Post gebracht und noch extra „zusatzversichert“, da normale Pakete ja nur bis zu 500 Euro versichert sind – das war mir zu heikel.
Jetzt hoffe ich, dass Quetschie am Montag in Stuttgart ankommt und dann bald wieder (er)tragbar bei mir ist.
Im Moment fällt es mir echt schwer, denn ich vermisse meinen drückenden, quetschenden Anhang sehr.
LG,
eine einsame Ente
Tschüss Wasserbett
Nach langen Überlegungen und einigen Gesprächen mit verschiedenen Physiotherapeuten habe ich beschlossen, mich von meinem Wasserbett zu trennen.
Ich fand es zwar immer sehr angenehm, abends in ein bereits gut temperiertes Bett zu krabbeln, aber mit Korsett ist ein Wasserbett eher hinderlich.
Zum umdrehen oder aus dem Bett steigen, könnte ich einen Flaschenzug gebrauchen. Drehen kann ich mich darin nur, wenn ich mich vorher hinsetze.
Für einen erholsamen Schlaf ist es somit absolut nicht mehr geeignet.
Auch meinten die Physios unabhängig voneinander, dass durch den fehlenden Auflagedruck in einem Wasserbett die Kyphose (ohne Korsett) eher noch verstärkt würde. Aber ein Wasserbett-Verkäufer sagt einem das natürlich nicht. 🙁
Die 4. – 6. Woche mit Quetschie
Ich habe den Kampf noch nicht aufgegeben und versuche weiter, mich an Quetschie zu gewöhnen.
Nachts macht es mir besonders Probleme. Wenn ich ca. 4 Stunden drin gelegen habe, dann hab ich das Gefühl, mir bricht der Rücken unterhalb der Kyphose durch. Meist ziehe ich es dann für 10 Minuten aus, versuche in der Zeit den Rücken etwas zu lockern – und weiter geht’s.
Tagsüber sind das Hauptproblem die Muskelkrämpfe, die sich beim „nach vorne beugen“ ziemlich leicht bilden. Nicht mehr so schnell, wie zu Anfang – aber leider immer noch.
Was soll ich sagen – es ist eine hammerharte Zeit, aber da muss ich durch.
Ich kann froh sein, dass ich von meiner Hausärztin gut mit Schmerzmittel eingedeckt wurde. Sonst wäre es mir vermutlich noch nicht möglich gewesen, meine Tragezeit in den wenigen Wochen auf 16 – 21 Stunden zu steigern.
Abends gönne ich mir dann eine Einzeldosis von entweder 1 x Katadolon S long 400 mg ODER Metamizol 40 Tropfen ODER Tramadol retard 100 mg.
Wobei es auch Tage gibt, an denen ich es ohne Medis schaffe. Tagsüber nehme ich nichts ein.
Nächste Woche geht’s dann ab nach Stuttgart zum Kontrollröntgen. Dann werde ich es schwarz auf weiß bekommen, ob Quetschie bei mir noch was bringt oder nicht.
Allergie gegen PC30 V
Mittlerweile habe ich eine Allergie gegen PC30 V entwickelt. Bislang habe ich das Zeug benutzt, um die durch das Korsett stark beanspruchte Haut zu kräftigen.
Ein paar Minuten nach dem Auftragen wird nun die Haut knallrot und ich bekomme überall furchtbar juckende Quaddeln.
Hab anschließend den Ausschlag mit Kortison-Creme – Coolpack und ner Allergie-Tablette behandelt.
Vermutlich ist es besser, PC30 V nicht mehr zu verwenden – so ein MIst.
Neue Korsetthemden
Nach langem Suchen habe ich endlich eine Firma gefunden, die Korsetthemden versendet.
Heute kam nun die Lieferung und mein erster Eindruck ist sehr positiv!
Nun hab ich jeweils 2 neue schwarze, blaue, und weiße Hemden, die optimal passen 🙂
Ich hoffe, dass sie nach dem Waschen auch die Form halten.
