Kombitermin Dr. Hoffmann / Herrn Rahmouni
Heute ging es mal wieder auf nach Stuttgart.
Ich schien Glück zu haben, denn sowohl die Regionalbahn als auch der IC waren pünktlich. Dann kam die erste positive Überraschung: der komplette ICE von Bonn nach Stuttgart bestand nur aus 1. Klasse-Wagen, da dieser Zug wohl ein Ersatzfahrzeug war – welch ein Luxus.
Um kurz nach 13 Uhr kam ich pünktlich bei Rahmouni an.
Nach kurzer Wartezeit wurde ich von einer Helferin zum Messen und Wiegen in eine Kabine geführt.
Seit Beginn der Korsett-Therapie bin ich ein bisschen gewachsen (von 175,2 cm auf 175,9 cm ohne Korsett).
Leider habe ich auch an Gewicht zugenommen, was ich aber umgehend ändern werde! Kein Wunder, bei den Unmengen Süßigkeiten, die ich in den Wochen nach OP als Nervennahrung vertilgt habe.
Nach der „Bestandsaufnahme“ wurde ich in eine andere Kabine geführt, in die kurze Zeit später auch Dr. Hoffmann, Herr Rahmouni, Herr Harzer und eine Helferin kamen.
Dr. Hoffmann habe ich ja seit der Korsett-Verordnung nicht mehr gesehen. Er war von den Röntgenbildern also dem Vergleich vor der Korsettbehandlung mit dem vom Kontrollröntgen total begeistert.
Herr Rahmouni meinte allerdings, dass das Korsett nicht mehr passt, da die Strukturen und Form des Rückens sich so stark verändert haben. Er würde eine Neuversorgung vorschlagen, da die Kosten einer Änderung genau so hoch wären, wie die eines neuen Korsetts. Bei Änderung könnte er allerdings nicht so viel aus dem alten Korsett rausholen, wie ein Neues bringen würde. Schließlich war das Korsett mal auf einen 103 ° Rücken ausgerichtet gewesen und jetzt sind wir ja bei 55 °.
Dr. Hoffmann sah das genauso und meinte, er würde am Wochenende ein Schreiben für die Krankenkasse aufsetzen und die Neuversorgung darin begründen. Das Schreiben will er dann zu Herrn Rahmouni schicken, damit dieser es dann mit einem Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse einreichen kann.
Wenn die Kasse dem neuen Korsett zustimmt (wovon beide ausgehen – ich bin ja eher skeptisch), dann sollte ich am Tag des Gipstermins auch nach Leonberg kommen, damit ein neues Röntgenbild ohne Korsett angefertigt werden kann.
Zum Abschluss bekam ich noch eine Verordnung für Physiotherapie nach Schroth und eine Handgelenksschiene verordnet, die das Einschlafen der rechten Hand in der Nacht verhindern soll.
Abschließend ging Quetschie dann noch mal in die Werkstatt um ein paar kleinere Änderungen für einen etwas besseren Sitz durchführen zu lassen.
Das Korsett sollte dann um 16 Uhr fertig sein, denn ich musste ja meinen Zug um 16:51 Uhr bekommen.
Gegen 16 Uhr wurde ich langsam unruhig, denn Quetschie war noch nicht fertig. Um 16:10 Uhr kam es dann aus der Werkstatt. Bei der Anprobe stellte sich dann aber heraus, dass ein Missverständnis zwischen Herrn Rahmouni und der Werkstatt vorgekommen ist und eine Änderung anders sein sollte. Das bedeutete, dass das Korsett noch mal zurück in die Werkstatt musste. Herr Rahmouni meinte, ich sollte mir keine Sorgen machen, das würde nicht lange dauern und es würde mich gleich direkt jemand zum Bahnhof fahren, damit ich meinen Zug noch erreichen kann.
Ein netter Herr aus der Werkstatt wartete auch schon mit dem Autoschlüssel in der Hand an der Rezeption. Er meinte, dass er den Wagen schon ausgeparkt hätte und wir sobald das Korsett aus der Werkstatt kommt gleich losstarten können.
Gesagt – getan. Als das Korsett fertig war, hab ich es schnell umgeschnallt und bin halb angezogen schon losgerannt 😉
Mein „Privatchauffeur“ war wirklich super flott unterwegs und ich hab ohne Probleme meinen Zug bekommen. Danke noch mal an das Rahmouni-Team für diesen tollen Service!
Der Rückweg war leider nicht ganz so entspannend wie die Hinfahrt.
Von Stuttgart ging es zuerst nach Mannheim. Dort umsteigen und weiter bis nach Mainz. Da war die Fahrt dann erst mal beendet, da mein ICE nach Köln leider ausfiel.
Ich ging dann ins DB Reisebüro und habe mich nach einer Alternative erkundigt. Der freundliche Herr hat mich dann direkt auf eine andere Strecke umgebucht, so dass ich zur gleichen Zeit wie geplant in Köln sein sollte. Allerdings hatte diese dann einen weiteren Umstieg zur Folge.
So fuhr ich dann von Mainz nach Frankfurt – von Frankfurt nach Köln und letztendlich dann von Köln nach Hürth.
Damit das Korsett beim Sitzen nicht so sehr in die Achseln drücken soll, hatte Herr Rahmouni am Po eine flexible Verlängerung aus Plastik annähen lassen. Auf der Rückfahrt habe ich allerdings festgestellt, dass dies für mich keine Verbesserung, sondern das genaue Gegenteil war, denn das Korsett drückte so dermaßen in die Achseln wie nie zuvor.
Als ich letztendlich am späten Abend zu Hause ankam, war ich fix und fertig.
Morgen geht’s nach Stuttgart
Morgen geht‘s ab nach Stuttgart. Bin schon ziemlich nervös.
Ich hoffe, dass ich Herrn Rahmouni davon überzeugen kann, dass er mir erstmal den Druck nicht erhöht. Glaube, das wäre im Moment zu viel denn mein Körper braucht wohl etwas mehr Zeit um sich an die Aufrichtung zu gewöhnten. Bin ja auch nicht mehr die Jüngste 😉
Mit dem Oxycodon geht es mir ganz gut. Ich nehme jetzt die vom Schmerz-therapeuten empfohlene Dosis von 60 mg / Tag. Das lässt mich Quetschie ganz gut ertragen. Meine Tragezeit liegt zwischen 18 – 21 Stunden. Es kommt dabei immer drauf an, was bei mir auf dem Tagesprogramm steht.
2. Tag mit Oxycodon
Bisher habe ich nur 2 x 20 mg genommen um einschleichend zu beginnen. Aber ich denke, dass ich damit vielleicht sogar auskomme und gar nicht erhöhen brauche; ich werde mal abwarten.
Zum ersten Mal seit über 10 Jahren habe ich keine Schmerzen! Ich könnte heulen vor Glück und Erleichterung. Quetschie habe ich die letzten beiden Tage ca. 20 Stunden getragen (vorher waren es nur ca. 8 – 10 gequälte Stunden) und konnte mich damit auch relativ normal bewegen. In Situationen wo mir früher vor Muskelkrämpfen die Tränen in die Augen geschossen sind habe ich jetzt nur noch ganz leichte Krämpfe, die man aushalten kann ohne sich das Korsett gleich wieder vom Leib reißen zu müssen.
Ich hoffe so sehr, dass die Schmerzfreiheit so bleibt und sich mein Körper endlich an Quetschie und die aufrechte Stellung gewöhnen kann.
Nach den ersten 2 Tagen der Behandlung mit Oxycodon kann ich nur sagen, dass ich wieder eine ganz andere Lebensqualität habe und wieder so etwas wie Freude und Lust am Leben verspüre und wieder lachen kann.
Die Nebenwirkungen (Übelkeit, Schwindel und Sodbrennen) sind noch erträglich.
Erster Termin bei der Schmerztherapie
Heute hatte ich meinen ersten Termin bei Dr. Becker und ich muss sagen – ich bin begeistert. Ich bin an einen total lieben, freundlichen, verständnisvollen – einfach menschlichen Arzt geraten. Aber erst mal der Reihe nach:
Als ich in die Praxis kam, musste ich zuerst an einem kleinen Computer jede Menge Fragen über meine Schmerzen beantworten. Nach über einer Stunde Wartezeit holte uns Dr. Becker in sein Sprechzimmer.
Er hat sich meine Röntgenbilder genau angeschaut und meinte, es wäre echt traurig, dass es so weit hat kommen müssen (bezogen auf den Grad der Krümmung). Für ihn war es unverständlich, dass mir nicht schon vorher von den Orthopäden in der Umgebung jemand geholfen hat; dass man als Patient erst bist Stuttgart / Leonberg fahren muss um eine geeignete Therapie zu bekommen.
Meine Schmerzen kann er gut nachvollziehen. Er meinte, dass im Bereich der Krümmung kaum noch Bandscheiben vorhanden sind. Er ist auch der Meinung, dass ich alles tun muss, um die Korsett-Therapie durchzuhalten und um eine Versteifung herum zu kommen. Medikamentös will er mir dabei helfen.
Einige werde jetzt bestimmt sagen: um Gottes Willen mach das bloß nicht – aber ich habe seinem Vorschlag zugestimmt und bekomme jetzt Oxycodon (ein Opiat welches unter das BTM also Betäubungsmittelgesetz fällt). Er hat 3 x 20 mg verordnet – wenn das nicht ausreicht dürfte ich auf 4 x 20 mg erhöhen.
Ich bin froh, den weiten Weg bis nach Aachen auf mich genommen zu haben.
So – das war der Kurzbericht aus Entenhausen
Kontrolltermin
Heute habe ich den nächsten Kontrolltermin für das Korsett vereinbart.
Am 08.02.12 habe ich einen Kombitermin mit Dr. Hoffmann und Herrn Rahmouni in Stuttgart.
Nach langer Pause …
… habe ich mir vorgenommen, den Blog nach und nach wieder auf den neuesten Stand zu bringen.
Der letzte Eintrag ist schon über 8 Monate her. Erschreckend, wie die Zeit vergeht.
Irgendwie ärgere ich mich gerade selber, dass ich den Blog so schleifen gelassen habe. Vermutlich bekomme ich rückwirkend nur noch die Hälfte von dem was gewesen ist, zusammen.
Ach Joe – wenn Du das liest – ich vermisse unsere gemeinsamen Skype-Abende / Nächte.
Vorsätze zum neuen Jahr
Wie das so ist, habe ich mir zum neuen Jahr auch ein paar gute Vorsätze gefasst.
An erster Stelle möchte ich etwas gegen die ständigen Rückenschmerzen unternehmen. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Hilfe eines Schmerztherapeuten in Anspruch zu nehmen.
Nach langen Überlegungen bin ich zu dem Entschluss gekommen, den von „Lurchi“ empfohlenen Arzt in Aachen aufzusuchen. Es ist zwar eine ziemlich große Entfernung für mich, aber mir ist es lieber ich komme zu einem guten, menschlichen Arzt in der Ferne, als womöglich zu einem desinteressierten Gott in Weiß in der näheren Umgebung.
Um das Thema nicht auf die lange Bank zu schieben, habe ich heute in der Praxis angerufen und um einen Termin gebeten. Gut zwei Stunden später wurde ich von der Praxis zurückgerufen und habe einen Termin für den 19.01. bekommen.
Eigentlich nimmt der Arzt keine neuen Patienten mehr an, aber durch liebe Unterstützung und Vermittlung von Lurchi werde ich doch noch behandelt. *freu*
Danke liebe Lurchi für Deine Hilfe!
Entlassung aus dem KH
So war es dann auch. Da diese Medikament unter das BTM-Gesetz fällt, durfte mir die Schwester nichts für zu Hause mitgeben. Mein Kontroll-Termin beim Chirurgen war allerdings erst am frühen Nachmittag. Gut, dass ich für den Fall der Fälle eine Tablette in Reserve hatte.
Der Chirurg meinte, er kann mir dieses Medikament leider nicht verordnen, da er kein BTM-Formular in der Praxis hat.
Auf die „normalen“ Schmerzmedikamente reagiere ich hochgradig allergisch – deswegen habe ich im Krankenhaus ja auch diese Mittel bekommen. Der Arzt sagte, ich solle den Hausarzt fragen – er würde ihm auch gerne telefonisch bestätigen, dass ich dieses Präparat brauche.
Ich war fix und fertig. Mein Körper hat nur noch nach einem Bett geschrien. Erst die Fahrt vom Krankenhaus nach Hause – dann von zu Hause zum Chirurgen – dann die Warterei etc. Mir war einfach alles zu viel.
Die Praxis der Hausärztin ist zwar nur 300 Meter entfernt, aber mir kam dieser Weg endlos vor.
Die Wirkung von der Morgen-Dosis war kaum mehr spürbar und die Schmerzen fast nicht auszuhalten.
Die immer unfreundlichen Damen von der Annahme meinten dann noch, mich doof anpupsen zu müssen von wegen: „dafür sind wir aber nicht zuständig – das soll der Chirurg mal schön selber verordnen“
Das war zu viel! Ich habe dort in aller Öffentlichkeit angefangen zu heulen. Mir liefen so die Tränen runter.
Scheinbar haben die dann doch den Ernst der Lage kapiert. Ich sollte kurz Platz nehmen und schon ein paar Minuten später kam die Hausärztin und drückte mir persönlich das BTM-Rezept in die Hand.
Der Weg zurück bis zum Parkplatz bzw. der daneben gelegenen Apotheke kam mir vor wie ein Marathon. Ich hab am ganzen Körper vor Kälte und Erschöpfung gezittert.
Bei meinem Glück war das Medikament natürlich nicht vorrätig. Allerdings ein total lieber Apotheker, der mir wohl angesehen hat, wie übel es mir ging. Er bot mir an, in einer Apotheke in der Nähe von zu Hause anzurufen und zu hören, ob die die Tabletten lagernd da hätten. Sogar das Rezept hat er der anderen Apotheke noch zugefaxt – ich bin ihm heute noch dankbar dafür!
Als wir dann am Nachmittag wieder zu Hause ankamen war ich erledigt. Ich habe meine gebunkerte Tablette genommen und mich ins Bett verzogen. Der Apotheken-Bote kam nachmittags um das Rezept abzuholen und wie versprochen um 21 Uhr um mir das Oxygesic zu
bringen.
Wie gut, dass ich diese eine Tablette verwahrt hatte – sonst wäre es noch viel schlimmer abgelaufen. So bin ich noch mit einem „blauen Auge“ davon gekommen.
Arthroskopie der linken Schulter
Heute ist es soweit. Nach fast einem halben Jahr Schmerzen in der Schulter wird nun dem Ganzen ein Ende gesetzt.
Dies bedeutet aber auch, dass ich mein Quetschie die nächste Zeit nicht tragen kann, denn der linke Reklinationsbügel würde zu sehr in die OP-Region drücken.
Geplant ist eine Arthroskopie, bei der der Gelenkspalt zwischen Oberarmkopf und Schulterdach erweitert werden soll. Bei mir beträgt der Abstand weniger als 4 mm. Im Normalfall soll der Abstand größer als 10 mm sein, damit in dieser Enge nicht ständig die dazwischen verlaufenden Sehnen, Muskeln, Nerven etc. gequetscht und gerieben werden.
Dazu wird der Knochen großzügig abgefräßt, der verdickte entzündete Schleimbeutel entfernt und alles schön gesäubert.
Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass ich im Dreifaltigkeitskrankenhaus Wesseling bestens versorgt worden bin. Vom Pförtner über das Pflegepersonal, Physiotherapeut bis hin zum Anästhesisten – jeder war freundlich.
Ich wurde in einem sehr schönen 2-Bettzimmer mit einer netten Mitpatientin untergebracht. Man hatte fast das Gefühl, als wäre es ein Zimmer für Privatpatienten mit richtig schönem Bad. Vor allem dieses High-Tech-Bett ist nach so einer OP bei der man anschließend ziemlich bewegungseingeschränkt ist super praktisch.
Ganz toll war die Schmerzbehandlung. Ich habe alle 6 Stunden eine Tablette mit dem Namen Oxygesic 20 bekommen. Damit habe ich zum ersten Mal nach vielen, vielen Jahren keine Rückenschmerzen mehr gehabt.
Erst später habe ich erfahren, dass dieses Präparat unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und jede Tablette von der Schwester nur gegen Unterschrift aus dem Giftschrank genommen wurde.
Die Schmerzen in der Schulter waren damit auch ganz gut zu ertragen. Die Schulter war nach dem Eingriff nicht ruhig gestellt. Als ich die ersten kleinen Bewegungen gewagt habe, kam aus dem Gelenk ein ziemlich fieses gluckern – so wie aus einer Wärmflasche *grusel*. Der Chirurg meinte aber, dass dies normal wäre, da noch viel Flüssigkeit im Gelenk sei.
Schon 1,5 Stunden nach dem Eingriff kam der Physiotherapeut zur ersten Lymphdrainage.
Gott sei Dank sind mir bei dieser OP die fiesen Nebenwirkungen von Übelkeit und Kreislaufzusammenbrüchen erspart geblieben, so dass ich schon nach ein paar Stunden das erste Mal alleine zur Toilette wanken konnte ohne umzukippen.
Das Wochenende verlief ohne Komplikationen, so dass ich am Montag Vormittag entlassen wurde.
Die Nacht zuvor habe ich mir, nachdem die obligatorischen 6 Stunden vorbei waren, die nächste Tablette Oxygesic geben lassen – diese allerdings nicht eingenommen. Ich hatte die Befürchtung, dass ich ohne Schmerzmedikamente mitzubekommen entlassen werde.
Bad Salzungen – Dienstag, 14.06.2011
08:00 – 08:50 Gruppe Symmetrisch
09:00 – 09:20 Massage klassisch
09:30 – 09:50 Kardiotraining
10:15 – 10:45 Atemtherapie Symmetrisch
11:15 – 12:05 Freies Üben
13:15 – 13:35 Fango-Paraffin-Packung
14:15 – 15:05 Freies Üben
15:00 – 15:10 Abschlussuntersuchung Fr. Dr. Herchet
16:15 – 17:05 Freies Üben spezial